Was sind 1P und 3P Verkäufer bei Amazon?
Beim Recherchieren, wie Sie auf Amazon verkaufen können, sind Ihnen vielleicht die Begriffe 1P und 3P Verkäufer begegnet. Amazon zählt zu den größten Marktplätzen weltweit und zieht jeden Monat eine enorme Anzahl an Besuchern an. Produkte auf Amazon anzubieten kann daher eine sinnvolle Entscheidung für Ihr Geschäft sein, erfordert aber im Vorfeld einige Überlegungen. Vor allem sollten Sie zunächst bestimmen, welches Geschäftsmodell am besten zu Ihnen passt: 1P oder 3P.
Was ist ein 1P Verkäufer bei Amazon?
Ein 1P Verkäufer, im Englischen First Party Seller genannt, ist ein Großhandelslieferant von Amazon. Häufig spricht man auch von einem Lieferanten oder Vendor. Als Vendor liefern Sie Ihre Produkte direkt an Amazon, und Amazon verkauft sie anschließend an den Endverbraucher weiter. Im Grunde sind Sie als 1P Verkäufer also ein Lieferant von Amazon.
Der zentrale Dreh und Angelpunkt für 1P Verkäufer ist Vendor Central. Dabei handelt es sich um das Verkaufskonto Dashboard bei Amazon, über das Sie Bestellaufträge verwalten und Sendungen verfolgen können. In Vendor Central haben Verkäufer außerdem die Möglichkeit, ihre Angebote anzupassen und unter Umständen Werbeanzeigen zu erstellen.
Wie funktioniert das 1P Modell?
Um 1P Verkäufer beziehungsweise Vendor bei Amazon zu werden, müssen Sie eine Reihe strenger Anforderungen erfüllen. Aus diesem Grund können Sie nur auf Einladung hin ein Amazon Vendor werden. Es gibt drei mögliche Wege, eine solche Einladung zu erhalten:
- Sie führen als Verkäufer auf Amazon eine Marke mit Top Status.
- Sie haben gut laufende Produkte, die sich über FBA oder FBM zuverlässig verkaufen.
- Sie beantragen die Teilnahme am Vendor Programm.
Sobald Sie eine Einladung zum Amazon Vendor Programm erhalten, läuft der Verkauf Ihrer Produkte anders ab als zuvor. So sieht der Ablauf im Detail aus:
- Lieferant und Amazon verhandeln über die Bestellaufträge, die sogenannten Purchase Orders.
- Die Produkte werden an die Amazon Lagerhäuser versandt.
- Amazon erwirbt das vollständige Eigentum an den Produkten.
- Die Produkte tragen den Hinweis "Versand durch und verkauft von Amazon".
- Amazon legt die Stückpreise der Produkte fest.
- Amazon verkauft die Produkte direkt an die Verbraucher.
Als 1P Verkäufer übertragen Sie damit im Wesentlichen die Kontrolle über den Verkauf Ihrer Produkte an Amazon. Für manche Verkäufer ist genau das ideal, während andere Marken lieber die volle Kontrolle behalten möchten.
Vor und Nachteile eines 1P Verkäufers
Ein 1P Verkäufer hat oft gute Chancen, mehr zu verkaufen als ein 3P Verkäufer, doch dieses Modell bringt auch Nachteile mit sich. Die wichtigsten Punkte im Überblick.
Vorteile
- Mehr Vertrauen der Verbraucher. Wenn Ihre Produkte direkt von Amazon verkauft und versandt werden, stärkt das die Glaubwürdigkeit gegenüber den Käufern.
- Stabile Bestellaufträge. Sie erhalten regelmäßige Bestellungen von Amazon, ohne dass Sie selbst eine Lagerbestandsprognose erstellen müssen.
Nachteile
- Keine Kontrolle über den Stückpreis. Amazon legt den endgültigen Verkaufspreis der Produkte fest.
- Großhandelspreise. Amazon kalkuliert mit Großhandelspreisen, wodurch Ihre Marge geringer ausfallen kann als beim direkten Verkauf an Verbraucher.
1P oder 3P: Was passt zu Ihnen?
Ob das 1P Modell die richtige Wahl ist, hängt stark von Ihren Zielen ab. Möchten Sie vom Vertrauensvorschuss profitieren, den der direkte Verkauf durch Amazon bietet, und planbare Bestellungen erhalten, kann 1P sehr attraktiv sein. Legen Sie hingegen Wert darauf, Ihre Preise, Ihr Branding und Ihre Marge selbst zu steuern, ist häufig das 3P Modell die bessere Option, bei dem Sie als Drittanbieter über Ihr eigenes Verkäuferkonto agieren. Wägen Sie beide Modelle sorgfältig ab, bevor Sie sich für einen Weg entscheiden.